IPO Watch

 

Die Zahl der IPO in den letzten fünf Jahren



MS. 10.3.02. In den Jahren 1997 bis 2001 gelangten Unternehmen in folgender Anzahl an die Schweizer Börse:

1997: 15 Gesellschaften (10 Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen veräussern und erstmals an der Schweizer Börse gehandelt werden / 2 Spin Offs grösserer Unternehmen, vorliegend Sulzer Medica AG und Ciba Spezialitätenchemie Holding AG / 3 Investmentgesellschaften), d.h. in Kürze:

1997: 15 (10 / 2 / 3)
1998: 17 (14 / 0 / 3)
1999: 19 (11 / 1 / 7)
2000: 28 (16 / 2 / 10, wovon 3 Immobiliengesellschaften)
2001: 15 ( 7 / 1 / 7 )

Wie sind diese Zahlen zu deuten? Nach der hier vertretenen Ansicht sind zumindest drei Aussagen möglich:

Erstens ist die Zahl der Investmentgesellschaften, deren Anteile neu zum Handel an die Schweizer Börse gelangten, in der zweiten Hälfte der untersuchten Periode signifikant gestiegen. Grund dafür ist der anhaltende Trend, Ersparnisse nicht in festverzinslichen Anlagen, sondern in Aktien zu investieren. Dabei bieten die Investmentgesellschaften eine Alternative zu Anlagefonds, weil sie nicht den strengen Regeln des Anlagefondsgesetzes unterstellt sind. Investitionsentscheide der zuständigen Investmentmanager können somit freier getätigt werden.

Zweitens fällt der Ausschlag der Gesamtzahl der IPO im Jahr 2000 gegenüber den anderen Jahren auf. Er wird aber relativiert, wenn man die Art der neu gehandelten Gesellschaften betrachtet. Von den 28 Gesellschaften sind lediglich 16 erstmals an der Börse gehandelte und zugleich produzierende Unternehmen. Die diesbezüglichen Werte in den Vorjahren sind 11 (1999), 14 (1998), 10 (1997). Unter diesem Gesichtspunkt ist der Ausschlag im Jahr 2000 nicht von jener Intensität, wie es auf den ersten Blick scheint. Er ist in erster Linie auf die bereits erwähnte Zunahme bei den Investmentgesellschaften zurückzuführen.

Die dritte Aussage knüpft an die zweite an. Ist der Ausschlag im Jahr 2000 gar nicht so enorm, wie man ihn auf den ersten Blick empfindet, so wirkt auch der Rückgang im darauffolgenden Jahr weniger schockierend. Natürlich hat sich die Anzahl neu gehandelter und zugleich produzierender Gesellschaften an der Schweizer Börse mehr als halbiert. Schaut man aber weiter zurück, ist die Anzahl entsprechender IPO im Jahr 2001 nur wenig unter den Vergleichswerten der Jahre 1997-1999.

Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass der Börsenschock des vergangenen Jahres auch am IPOMarkt seine Spuren hinterlassen hat. Vergleicht man das vergangene Jahr aber nicht nur mit dem vorausgegangenen, sondern auch mit der Entwicklung noch weiter zuvor, so liegt das Jahr 2001, was die IPO betrifft, nahe beim courant normal.

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